Die Morallehre des Islam – AL AKHLAQ

moralisch

Die Morallehre des Islam – AL AKHLAQ

Die Morallehre des Islam gründet sich auf den Quran und die Lebensart und Lebensweise des Propheten Muhammeds (Allahs Frieden und Segen auf Ihm).

Sowohl die Gebote des Islam als auch seine moralischen Bestimmungen stammen aus denselben Quellen: Quran und Sunnah. Alle moralischen Bestimmungen finden wir im Quran. Der Prophet Muhammed (Allahs Frieden und Segen auf Ihm) ist derjenige, der die moralischen Anforderungen des Qur’an am besten erfüllt hat. Er ist unser Vorbild in moralischen Angelegenheiten. Die Rolle Muhammeds (a.as.) als Morallehrer wurde im Qur’an eindeutig aussagt und gelobt:

Und wahrlich, du bist auf dem edelsten Grad der Moral.“ (68:4)

Die Morallehre des Islam basiert auf der Offenbarung und bildet eine unveränderliche und endgültige Lebensform. Die Qur’an-Verse und die Lehraussagen des Propheten besitzen für alle Zeiten und Orte weltweite Gültigkeit. Der Sinn der islamischen Sittlichkeit liegt darin, die Menschen als Allahs Diener zu betrachten. Im Gabril-Hadith wird nacheinander die Grundsätze des Muslimseins, des Glaubens und der Sittlichkeit definiert.

Ihsan ist, dass du Allah, den Erhabenen, so anbetest, als ob du Ihn sähest. Auch wenn du Ihn nicht sehen kannst, so sieht Er doch dich.“ (Muslim, Iman: 1)

Nach dieser Definition soll der Muslim seine Dienerschaftsaufgaben mir seiner ganzen Innerlichkeit und Herzlichkeit erfüllen. Die –moralischen Aufgaben gegenüber Allah sollen immer mit einer Gebetsaufmerksamkeit bewahrt werden. Unsere Beziehungen gegenüber den Familienangehörigen und den Menschen sollen aufrichtig und aufmerksam wie möglich sein, damit Allah, der Erhabene, zufrieden ist. Wir Muslime sind beauftragt, Allah zuliebe alle Geschöpfe zu ehren und freundlich zu behandeln.

Die moralischen Werte – Die Tugenden

Die vorbildhaften islamischen Haltungen sind die Handlungen, die sowohl im Qur’an als auch im Hadith gelobt werden. Alle moralischen, sittlichen Handlungen vom Propheten Muhammed (Allahs Frieden und Segen auf Ihm) gehören in diese Kategorie und sind von uns Muslimen nachzuahmen.

Ehrfurcht vor Allah

  • „Wahrlich, euer Edelster vor Allah ist euer Frömmster.“ (49:13)

Großzügiger weise etwas schenken

  • „Und Allah liebt die Wohltuenden.“ (5:93), (28:77)

Geradheit

  • „Sei auf dem rechten Weg, wie du dazu aufgefordert bist!“ (11:112)

Schamgefühl: Wir Muslime schämen uns, wenn uns etwas, das mit der islamischen Sittlichkeit nicht vereinbar ist, passiert.

  • „Das Schamgefühl ist ein Teil des Glaubens.“ (Muslim, Iman:57)

Sich anstrengen

  • „Der Mensch darf nur das, was er verdient, bekommen.“ (53:39)

Dankbarkeit

  • „Wenn ihr euch dankbar verhaltet, wahrlich, dann vermehre Ich euren Anteil.“ (14:7)

Geduld: Sabr bedeutet die schweren Ereignisse des Lebens und seine unerwünschten und unvermeidlichen Überraschungen zu ertragen.

  • „Wahrlich, Allah ist mit dem Geduldigen.“ (2:153)

Beratung: Musawarah bedeutet, dass man sich, bevor man eine Entscheidung trifft, von einer geeigneten Person beraten lässt.

  • „Berate dich mit ihnen über die Angelegenheiten.“ (3:159)

Einander helfen

  • „Und unterstützt einander bei der Wohltätigkeit und bei der Frömmigkeit. Und unterstützt einander nicht in Sünde und Feindseligkeit.“ (5:2)

Seine Zunge vor schlechten Worten bewahren

  • „Wer an Allah und an den Tag des Jüngsten Gerichtes glaubt, soll Gutes sprechen oder schweigen.“ (Muslim, Iman:74), (17:36)

Gerechtigkeit

  • „Seid gerecht, das ist der Frömmigkeit näher…“ (5:8), (16:90)

Bescheidenheit: Tawadu‘ bedeutet, sich selbst nicht den Vorrang zu geben, sondern jemand anderem, obwohl man selbst eine Vorrangstellung hat.

  • „Und marschiere nicht auf der Erde arrogant herum, denn du kannst weder die Erde durchlöchern, noch die Gebirge an Höhe erreichen!“ (17:37)

Genügsamkeit: Qana’ah heißt, mit seinem Anteil, der von Allah geschenkt wurde, zufrieden sein und die Mäßigung zu bewahren. Genügsamkeit ist niemals, sich mit den geringsten Mengen zu begnügen und ein Leben in Faulheit zu führen. Doch ist es Qana’ah, sich von dem Begehren fernzuhalten, den Wohlstand anderen Menschen nicht zu neiden und in einer geistigen Genügsamkeit zu leben.

  • „Die Genügsamkeit ist ein Schatz, der niemals ausgeht“ (Suyuti, Gami’u s-Sagir, I-II, 385)

Vertrauen auf Allah

  • „Und wenn du dich einmal entschlossen hast, dann vertraue auf Allah. Wahrlich, Allah liebt die auf Ihn Vertrauenden.“ (3:159)

Bedächtigkeit: Ta’anni bedeutet, sich bei wichtigen Angelegenheiten nicht zu beeilen, sondern sich Zeit zu lassen und mit Überlegung eine Entscheidung zu treffen und zu handeln.

  • „Die Bedächtigkeit ist von Allah gegeben, die Eile vom Teufel.“ (Suyuti, Gami’u s-Sagir, I-II, 203)

Verbindung mit Verwandten

  • „Die Verbundenheit mit den Verwandten, verlängert das Leben.“ (Quda’i, Musnadu s-Sihab, I, 93)

Keuschheit

  • „O Allah, ich bitte Dich um Keuschheit in meinen weltlichen, religiösen, familiären und materiellen Lebensbelangen.“ (Suyuti, Gami’u s-Sagir, I-II, 92)

Mitleid : Dies bedeutet, Liebe und Güte zu zeigen, zu beschützen. Jeder Muslim ist dazu verpflichtet, Arme und Hilfslose geistig und auch finanziell zu unterstützen.

  • „Erbarme dich derjenigen, die auf der Erde sind, so erbarmen sich diejenigen deiner, die im Himmel sind.“ (Quda’i, Musnadu s-Sihab, I, 375)

Versprechen, Sein Wort halten

  • „Streite nicht mit deinem Bruder und scherze mit ihm nicht übermäßig, und versprich ihm nicht das, was du nicht erfüllst“ (Tirmidi, Birr: 58)

Bedecken der Fehler : Es bedeutet, die Fehler der anderer Menschen zu bedecken. Sattar (=der die Fehler Seiner Diener Bedeckende)ist einer der 99 schönsten Namen Allahs. Er lässt jedem Menschen Zeit, damit er seine Fehler verbessern bzw. sich beim Schöpfer entschuldigen kann.

  • „Frohe Botschaft demjenigen, dessen Beschäftigung mit den eigenen Fehlern ihn daran hindert, die Fehler anderer Menschen zu sehen.“ (Daylami, Al-Firdaws, II, 447)

Daher sollen wir Muslime unsere eigenen Fehler suchen und sie auch verbessern.

Erleichterung (Buchari, ’Ilm,:11) Daher soll jeder Muslim die Herzen der Mitmenschen gewinnen und bei jeder Gelegenheit behilflich sein. Wenn wir durch unsere persönlichen Unaufmerksamkeiten das Hassgefühl der anderen gegen den Islam erwecken, sind wir dafür verantwortlich. Deswegen müssen wir immer beachten, dass der Islam für die ganze Menschheit und zwar für alle Geschöpfe Allahs Gnade ist. Unsere Aufgabe liegt darin, durch unsere geistige, innerliche Aufmerksamkeit und Vorbildlichkeit immer mehr Menschen an dieser Gnade teilhaben zu lassen.

  • „Die Religion ist Erleichterung, und keiner wird sie in der Erleichterung übertreffen, doch die Religion wird ihn übertreffen.“ (Buchari, Iman:29)

Im Islam hat die Erleichterung eine besondere Bedeutung. Unser Prophet sagte einmal: „Erleichert, aber erschwert nicht. Gebt frohe Botschaft, aber lasst nicht hassen.“

Die schlechten Haltungen – Die Laster

Es gibt einige schlechte Handlungen, die im Islam grundsätzlich verboten sind. Diese schlechten Handlungen verletzen die menschliche Würde und zerstören die Harmonie in der Familie und in der Gesellschaft. Solche schlechten und verbotenen Handlungen schaden dem Glauben.

Lügen

  • „Und vermeidet das Wort der Lüge!“ (22:30)

Üble Nachrede 

  • „Und keiner von euch soll von einem anderen in seiner Abwesenheit schlecht reden…“ (49:12)

Anschwärzen, Hetzen : Im Islam ist es streng verboten, die Worte, die bei jemandem gehört werden, einem anderen zu erzählen, ohne dafür vom ersten beauftragt zu sein. Derart gehen die Worte von Mund zu Mund und ändern sich inhaltlich.

  • „Anschwärzende werden nicht ins Paradies eintreten.“ (Muslim, Iman:168)

Verleumdung

  • „Und behaupte nicht das, wovon du kein Wissen hast. Denn das Ohr, das Auge und das Herz, all diese sind dafür verantwortlich.“ (17:36)

Iftira‘ bedeutet, jemandem einen Vorwurf zu machen, obwohl er daran keine Schuld trägt. Verleumdung wurde im Islam streng und eindeutig verboten. Einen Menschen, seine Ehre oder Persönlichkeit schamlos und nach teuflischer Art anzugreifen, darf man nicht tolerieren.

Neid

  • „Sag: Ich suche Zuflucht beim Herrn des Morgengrauens und vor dem Übel eines Neiders, wenn er neidet.“ (113:1,5)

Die böse Vermutung : Es ist im Islam eine verbotene Haltung, über andere eine böse Vermutung zu haben. Von Menschen, die sich durch ihr Aussehen oder die sich durch andere Hautfarben unterscheiden, nur wegen dieses Unterschiedes zu denken, dass sie Böses im Herzen hätten, ist eine üble Vermutung voller Vorurteile.

  • „O ihr Gläubigen! Vermeidet viele Vermutungen, denn manche Vermutungen sind sündhaft. Und spioniert nichts aus…“(49:12)

Verspotten

  • „O ihr Gläubigen! Keine Gruppe soll eine andere verspotten; es könnte jene würdiger sein als diese. Und keine Frauen sollen die anderen verspotten; es könnten jene würdiger sein als andere. Und verlacht euch nicht untereinander. Und benennt euch nicht gegenseitig mit bösartigen Beinamen“ (49:11)

Der Islam legt auf die richtigen Umgangsformen mit den Mitmenschen großen Wert. Gegenseitige Aufrichtigkeit, Bescheidenheit, Hilfsbereitschaft, Höflichkeit, Respekt, Freundschaft und Umgänglichkeit werden groß geschrieben.

 

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